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Peter Autschbach in Akustik Gitarre (Mai/Juni 06) zu "Peace of mind":

Gitarre und Tenorsaxophon bilden oft ein gutes Gespann, denn der Klang im gleichen Register bringt einen weichen Sound im Unisono, der sich - gute Musiker an beiden Instrumenten vorausgesetzt - sehr angenehm mischt. Diese Voraussetzung ist beim Manfred Junker Quartett gegeben:
Der Bandleader an der Archtop und Saxophonist Jochen Feucht ergänzen und unterstützen sich auf Peace of Mind' hervorragend. Beide werden von German Klaiber am Kontrabass und Matthias Daneck am Schlagzeug rhythmisch kompetent und geschmackvoll begleitet, so dass die zweitägige Studio-Session, Ende 2005 aufgezeichnet, als lebendiges Zusammenspiel aus den Boxen kommt.
Der Absolvent des Berklee College und der Jazz-Schule St. Gallen hat zehn hörenswerte eigene Kompositionen für diese CD geschrieben. Junker spielt mit schönem Ton, gutem Timing und vielen Ideen. Sein Sax-Kollege Feucht hat auf seinem Instrument exakt die gleichen Vorzüge, was die beiden für eine erfolgreiche Zusammenarbeit prädestiniert. Sehr beeindruckend ist das Unisono-Thema bei Feast Or Famine': Trotz des hohen Tempos klingt das Stück sehr locker. Danach kommt die auf der Steelstring-Acoustic intonierte Ballade ,Sadness 8am' gerade recht, um die Ohren wieder zu entspannen. Bei dem harmonisch spannenden Intro zu Elvin in 5' schaut Leo Brouwers Etude Nr. 6 verschmitzt um die Ecke, der Rain Song' verarbeitet ein Motiv im 7er-Takt. Das Highlight ist wohl der MollBlues Dark Blue; sehr schön dicht, mit einem Klasse-Thema und feinen Soli. Bei diesem Stück werden in einer markanten Überleitung mehrmals aus Viertel-Triolen Viertel, bis wiederum die gleiche Überleitung zurück zum Anfangstempo führt. Das ist nicht nur formal, sondern auch musikalisch genial. Unbedingt anhören!

 

Alexander Schmitz im Jazzpodium 05/06 zu "Peace of mind":

(...) Es ist seltsam mit den Gruppen von Manfred: Einerseits kommt das alles schlank, sehr gepflegt und sauber daher, andererseits aber ist da immer wieder diese Verbindlichkeit, diese Wärme, die einen beim Hörern fast von Anfang an zu umgeben scheint. Es spricht eine bewundernswerte Entspanntheit aus der Junkerschen Musik, die nicht nur auf seine - und der Band - große Sicherheit im Umgang mit den Materialien verweist, sondern auf ebenso bewundernswerte Ordnung in Kopf und Bauch. Nichts überanstrengt, nichts strapaziert das Ohr, was aber nie und nimmer die Vermutung zuließe, dass hier einer gewissen Gefälligkeit gehuldigt würde.


Eher ist man geneigt, den Titel des Albums trotz seiner inhaltlichen Größe “beim Wort” zu nehmen. “Peace of mind” - mit diesem so schwer übersetzbaren mind, das “Geist” sein kann, “Bewusstsein” - heißt der ja, und das ist nicht die Aussage eines 80jährigen am Ende eines Weges, sondern die eines vergleichsweise jungen, äußerst sympathischen Mannes, der damit vermutlich genau das mitteilen will, was die Musik transportiert: Ruhe, Balance, Harmonie und Gleichgewicht - das Gleichgewicht zwischen den Musikern, das Gleichgewicht der Musik, die sich weder zur Seite allzu großer Kopfigkeit, noch zu jener eines allzu sorglosen Aus-dem-Bauch-Spielens neigt, sondern in wunderbarer Einheit von Form und Inhalt für nichts weiter steht als für sich selbst: Tiefe, Eleganz, Komplexität und Raffinement trotz Übersichtlichkeit, Weiträumigkeit, klare Definierbarkeit von Klangbild wie von musikalischem Gehalt.


Bei Junker schwebt nun mal nichts in irgendwelchen anämischen Höhen. Er ist, bei allem Anspruch an sich, seine Musik und die Gruppe auf gewinnende Weise down to the ground. Er hämmert niemandem ein musikalisches Statement ein wie ein Agitprop-Argument. Dafür hat er zu viel Stil und zu viel Geschmack, kurz: zu viel Kultur. Er, Feucht, Klaiber, Daneck, alle vier. Alle vier machen Musik in dem breiten, gut auslotbaren Raum zwischen Introvertiert- und Extrovertiertheit. Genau das ist ihr Charme, ihre Anziehungskraft. Sie reden nie zu viel, sie plaudern nicht herum, sie klatschen nicht. Sie tuscheln nicht, sie lügen nicht, sie bluffen nicht. Sie geben nicht an, sie schneiden nicht auf, sie stapeln nicht hoch. Sie wissen alle genau, was zu viel ist, was zu wenig ist. Sie kennen den Goldenen Schnitt zwischen Quantität und Qualität. Zwischen Gestern und Heute. Zwischen Monolog und Dialog. Zwischen Reden und Zuhören. Tempus loquendi, tempus tacendi.
Es ist also, gar keine Frage, wieder ein ganz großer Wurf geworden.
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Bernd Guido Weber in der Schwäbischen Zeitung zu "Peace of mind" (04/06):

Seit zehn Jahren spielt das Quartett des in Leutkirch aufgewachsenen, in Konstanz lebenden Jazzgitarristen Manfred Junker zusammen.

Zum kleinen Jubiläum haben Junker, Jochen Feucht (Saxophone), der Kontrabassist German Klaiber und Matthias Danneck am Schlagzeug ihre fünfte CD eingespielt.
„Peace of mind" heißt sie, zu hören sind diesmal ausschließlich Stücke von Manfred Junker.

Das Titelstück gibt die Richtung vor: In der Ruhe liegt die Kraft - und die musikalische Schönheit.

Unaufgeregt, mit bestechendem Zusammenspiel, bringt das Quartett swingende Melodien, Gitarre und Saxophon im Wechsel oder ineinander verwoben. Bei „Feast or Famine" geht es mit schnellen Gitarrenläufen eindeutig in Richtung Festmahl, „Sadness 8AM" ist so traurig, dass man es gut zur Bestätigung von Beziehungsleid auflegen kann. „Rain Song" klingt tröstender, obwohl ebenfalls in melancholischen Klangfarben. Zum Schluss hört man Manfred Junker solo an der Akustik-Gitarre - „Dawn to Dusk" ist optimistischer Schlusspunkt einer außergewöhnlich melodiereichen Jazz-CD.

 

 

Andreas Polte von Archtop-Germany zu "Peace of mind"(01/06):

Die fünfte CD des Quartetts um Manfred Junker präsentiert diesen auch als fähigen Komponisten, der es versteht, moderne Stilistik mit Melodie und Groove zu verbinden. In seinen Kompositionen finden sich dabei die gleichen Elemente, die auch sein Spiel so herzerfrischend klingen lassen:

Eben die bewährte “Junker-Mischung”, in der man z.B. Einflüsse Metheny´s, aber nicht dessen Sound findet. Auch der “modernere” Jim Hall hat Spuren hinterlassen - fein integriert in Junkers eigenem Stil. Seine exzellenten Mitmusiker geben der Musik die Lebendigkeit, die sie verdient: Spielfreude und Interaktion tragen deutlich Zeichen langen gemeinsamen Konzertierens.

 

 

 

Stephan Freissmann im Südkurier 01/06 zu "Peace of mind":

Mit ,,Peace of Mind" legt das Quartett des Konstanzer Gitarristen
Manfred Junker seine fünfte CD vor. Zu hören ist ein Ensemble auf der Höhe seines Könnens, sowohl was die Ästhetik als auch was die Ensemblekultur angeht. Dabei bleiben sie ihrer Linie von melodischen und swingenden Grooves treu, ohne in einem bloßen
Retro-Stil zu erstarren...
...Überhaupt scheint bei aller Kultiviertheit,
mit der hier geswingt und gebopt wird, eine gewisse Aggressivität

wie eine unterirdische Strömung durch die meisten Nummem zu lau- fen. Und es ist genau diese positiv verstandene Aggressivität, die die Vitalität der Musik mit begründet.

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Alexander Schmitz im Jazzpodium 03/05 zur "Rodgers"-CD:

"Überlagert man die Höreindrücke von beiden CDs ("Directions" und "Meeting Mr.Rodgers"), dann entsteht in der Summe das Klang-Bild von einem Gitarristen, der sich von den "roots" nie so weit entfernt, dass er im Vakuum der Modernität-um-jeden-Preis verloren gehen könnte. Mir ist in der letzten Zeit kaum ein Gitarrist zu Ohren gekommen, der mit der Tradition so pfleglich und doch so eigen und ganz stabil im Hier & Jetzt umgeht wie der Süddeutsche.

Die Duo-Platte ist, ganz simpel gesagt, ein einziger Hochgenuss, eine einzige große Freude. ...

Eine außergewöhnlich dichte, intime, wunderbar arrangierte und "nahe" Platte ist da entstanden, von großer musikalischer Klarheit und handwerklicher Sauberkeit. ...

Also: Fünf Punkte. Oder Sterne. Oder sechs, wenn's geht. Oder einen ganzen Himmel über (Süd-)Deutschland voll."

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Helmut Schönecker über ein Konzert des Quartetts in Biberach Juni 05

"Durch erdigen Blues zu kosmischer Transzendenz
Natürlich hätten die sensiblen Vollblutmusiker um den Konstanzer Gitarristen Manfred Junker und den Rottweiler Bassisten German Klaiber ein viel größeres Publikum verdient gehabt, eben gerade weil ihre Musik nicht „auf den Marktplatz taugt" und ohne falsches Pathos sofort zur Sache kommt. Die vier wackeren Schwaben, darunter mit Jochen Feucht und Matthias Daneck gleich zwei ehemalige Biberacher, taten am Freitagabend demonstrativ nichts, was über eine direkte aber einfühlsame Interpretation ihrer Musik hinausging, das aber richtig gut.
Keine bekannten Standards, keine abgelutschten Genres, keine Effekthascherei oder überflüssige Schnörkel, kein leeres Virtuosentum oder billiges Andienen ans Publikum, null Bühnenshow, ergo: keine Ablenkung vom Eigentlichen und Wesentlichen, vom künstlerisch-musikalischen Kern der Dinge, vom reinen, bewegten Spiel der Töne. Inspiriert und beseelt, in unverfälschtem Natursound, ganz ohne Elektronik, nur mit akustischen Instrumenten, Gitarre und Kontrabass, Saxophon, Schlagzeug und einem Minimum an Verstärkung entfalteten die Kompositionen und Arrangements des Bandleaders eine geradezu kammermusikalische Intensität, ohne auch nur den Hauch von Angestrengtheit zuzulassen und vor allem ohne in die gefährliche Sprödigkeit dieses Genres zu verfallen.

In Jochen Feucht hat Junker einen kongenialen Partner gefunden, einen feinsinnig-expressiven Saxophonisten der bei aller musikalischen Präsenz und selbstverständlichen Virtuosität sich nicht in den Vordergrund spielt und das vielschichtige Gitarrenspiel Junkers überdeckt. Zwei ausdrucksstarke und dennoch dezente Frontmänner, die in gegenseitigem Respekt agieren und auch noch Platz für die voll emanzipierten Hintermänner lassen, arbeiten am gemeinsamen Ziel: an guter, ehrlicher Musik.
Von entrückten Soli, sorgfältig elaborierten Unisonopassagen, meist zwischen Gitarre und Saxophon, von artifiziell kontrapunktischen oder beiläufig dialogisierenden Passagen, von einprägsamen Ostinati zu flüchtigen Aphorismen reichte die strukturelle Palette einer Musik, die gerade soweit vom Mainstream entfernt war,um das Nachdenken darüber zu befördern. Das hintersinnige Spiel mit verschiedenen Genres ersetzte in Junkers Quartett den platten Eklektizismus der Einfallslosen, die mit Bombast und Abwechslung bis zum Abwinken, mit fremdem, unverdauten Material doch nur ihre eigene innere Leere kaschieren. Junkers Musik hat etwas, was heute selten geworden ist: sie hat etwas zu sagen. In der zugegebenen Ballade „Quietude" von der neuen CD „Directions" schien dieses Etwas gar in kosmische Dimensionen vorzustoßen: „Friede sei mit euch", artiger Beifall und zufriedene Gesichter."

 

"Wohltuend achten Junkers Stücke darauf, dass die Musik nicht zur technischen Künstelei verkommt...Junker hat mehr zu bieten als nur einseitigen Romantizismus – mit einem Bein im Rhythm ´n´ Blues, mit dem anderen in Latin-Gefilden, lässt Junker die unterschiedlichsten Stile zu einer ganz eigenen Melange zusammenfliessen."
(Harald Ruppert - Südkurier Konstanz)


"Unversehens mündet das Gespräch immer wieder in eine bescheidene Haltung, in eine Zurücknahme der eigenen Person. Und es ist nur scheinbar paradox, dass er einem dabei näher rückt, sympathisch wird. Nach seinem musikalischen Werdegang befragt, gibt Manfred Junker nur kurz an: "Studiert habe ich in St.Gallen, dann bekam ich für vier Semester ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston." Doch auf die anerkennende Bemerkung seines Gegenübers(...) schiebt er sogleich nach: "Aber das wäre nun nichts, worauf man sich etwas einbilden müsste. Entscheidend ist die Musik, die dabei herauskommt." (...) Wenn er beschreiben soll, was sein Weg sei, fällt das Stichwort lebenslanges Lernen. "Ich möchte stets vorankommen, mein Spiel verbessern." Und er nennt dafür einen Begriff, der etwas verpönt erscheint, vor allem in der Musik-Szene: Handwerk. (...) Seine zwar zurückhaltende, aber dennoch selbstbewusste Art im Gespräch stimmt mit seinem Spiel überein. Wer ihn einmal gehört hat, dem bleibt sein geschmeidiger Gitarrenklang, auch die Leichtigkeit seiner Technik in Erinnerung."
(Simon Obert - Südkurier Konstanz)


"Was Junker auf seiner Gitarre alles kann, welche Stile er souverän auf seinen Nenner bringt, hört man erst nach mehrmaliger Wiederholung. Oder wenn man selbst versucht, das so locker Klingende nachzuspielen."

(Bernd Guido Weber – Schwäbische Zeitung)

 

 

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