John Stowell – Manfred Junker Duo (USA/D)

 

 

Videos

2017: Pannonica   All Blues   Ligia

2016: Sweet & lovely   Oddity   Wabash III

How insensitive   Blues 5 Spot

2015: I Love You   I´ll Take Romance

Here´s That Rainy Day

2014: United   My Funny Valentine

Wendy

2013:  The Days Of Wine And Roses   Here At Last

Awake   Body & Soul   How Deep Is The Ocean?

2012:  All the things you are   Recife´s Blues

St. Thomas   In A Sentimental Mood

Mit John Stowell und Manfred Junker treffen sich zwei Gitarristen verschiedener Generationen und Backgrounds seit 2012 jedes Jahr im Herbst zu einer Tour, die sie als Duo immer mehr wachsen lässt und dem Publikum durch das vielseitige, kurzweilige Programm grosse Freude macht!

Standards und einige eigene Stücke bilden die Grundlage für einen äusserst spannenden Dialog voller Intensität und geschmackvoller Virtuosität!

 

„Andere Gitarristen würden schon gern wie John Stowell spielen – wenn sie wüssten, wie’s geht.“ (Herb Ellis)

Der 1950 in Bedford Village, New York geborene John Stowell blickt auf eine Karriere zurück, die in den frühen 1970er Jahren beginnt und ihn seither als „reisenden Minnesänger“ (travelling minstrel) der Jazzgitarre in oft monatelangen Tourneen durch die ganze Welt reisen lässt.

Eine Aufzählung seiner musikalischen Aktivitäten und Begegnungen ist endlos und unglaublich:

Sein Ende der 70er Jahre gegründetes Duo mit dem Bassisten David Friesen tourt überaus produktiv sieben Jahre lang mit Auftritten in den Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und Australien (und spielt auch heute noch Konzerte).

1983 unternimmt John mit David Friesen, dem Flötisten Paul Horn und dessen Sohn Robin (am Schlagzeug) eine historische Tour durch die Sowjetunion, da diese Band als erste US-amerikanische Jazzband seit vierzig Jahren zu öffentlichen Auftritten in der UdSSR eingeladen wird; später kehrt John 1993, 1995 und 1998 für weitere Tourneen nach Russland zurück.

Über die Jahre nimmt er unzählige CDs auf und spielt in den USA, Argentinien, Europa und Japan mit Musikern wie Milt Jackson, Lionel Hampton, Art Farmer, Conte Condoli, Herb Ellis, Mundell Lowe, George Cables, Billy Higgins, Billy Hart, Richie Cole, Paul Horn, Tom Harrell, Don Thompson, Dave Liebman und vielen anderen.

Sie alle preisen die Originalität seines Spiels, sein harmonisches Verständnis (das auf der Gitarre seinesgleichen sucht), und den Tiefgang seines geradlinigen musikalischen Weges fern aller Klischees.

 

Manfred Junker (*1969) studiert von 1991 bis 1995 an der Jazzschule St.Gallen (CH). Anschliessend erhält er ein Stipendium des renommierten Berklee College of Music und führt sein Studium in Boston weiter. Nach Unterricht bei Lehrern wie Hal Crook, Ed Tomassi, Rick Peckham und Jim Kelly und einem Auftritt bei der Konferenz der „International Association of Jazz Educators“ in Atlanta (1996) schliesst er im selben Jahr das Diplom mit „summa cum laude“ ab.

Zurück in Deutschland zieht Manfred Junker nach Konstanz, unterrichtet seither in der Schweiz und spielt vor allem mit seinen Bands, aber auch als Sideman regelmässig Konzerte.

Stilistisch fusst sein Spiel zunächst im Bop, hat sich aber in den letzten Jahren sehr erweitert – Junkers Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart von Jazz und verwandten Musikstilen haben deutliche Spuren hinterlassen und machen Schubladendenken sinnlos.

Bislang 12 eigene CDs festigen seinen Ruf als Bandleader und Komponisten, der beharrlich und kompromisslos seinen Weg geht: Dig it! (1997), Moving on… (1999), Cole Porter Live! (2001), Directions (2003), … meeting Mr. Rodgers (2005), Peace of mind (2006), Eternally – Music by Charlie Chaplin (2008), 2009 die Solo-Aufnahme “Alone”, 2010 die CD „Departure“ seines Trios „Manfred Junker’s Journey Within“, 2013 „Celebrating Bill Evans“ mit „Manfred Junker’s Journey Within feat. Barbara Balzan“, 2014 die Duo-CD mit John Stowell „Here at last“ und 2015 seine zweite Solo-CD „After all these years – Manfred Junker plays the music of Paul Simon“ – im Duo mit John Stowell zusammen zu spielen ist für ihn eine grosse Ehre und eines der Highlights seines bisherigen Musikerlebens!

 

CD-/Konzert-Kritiken:

Leise Töne und entfesseltes Spiel (Jazzclub Bretten 02.10.2017)

Außergewöhnliches Jazzkonzert mit John Stowell und Manfred Junker

Was für ein Glück ist das, Jazzliebhaber in Bretten zu sein! Ein Highlight nach dem anderen servieren Peter Gropp und seine Jazzclub-Mitstreiter in Ihrem fein zusammengestellten Programm, meist im Lamm, dessen Gewölbekeller stets an die Kapazitätsgrenze stößt, dafür mit seiner ganz eigenen Atmosphäre Musikern wie Publikum Raum und Klang gibt. So auch beim Auftritt des Gitarrenduos John Stowell und Manfred Junker.

Es wird ein Abend der leisen Töne, der zarten und intelligenten Klänge, Gitarren pur, ganz ohne technische Effekte, sieht man von den kleinen Verstärkern ab. Das ist, bei aller Leichtigkeit, mit der die Musiker sich zwischen Standards und Eigenkompositionen zu bewegen scheinen, oftmals keine einfache Kost für das Publikum, kein Easy Listening, das Zuhören erfordert Konzentration und Stille.

Doch Stowell und Junker spielen mit einer Leidenschaft und Sensibilität, die an Sendungsbewusstsein grenzt, kaum möglich, sich dieser Aura zu entziehen. Oft laufen die Finger bei geschlossenen Augen über die Saiten, blindes Verständnis und Harmonie zeichnet das Miteinander der Meister-Gitarristen aus, die sich im sechsten Jahr zu einer kleinen Herbsttour durch die deutschen Jazzkeller verabredet haben.

Stowell, die 67-jährige Legende aus Oregon, scheint mit seinem Instrument verwachsen zu sein. Ungewöhnlich die stets vertikale Haltung, die seiner linken Hand immer wieder raumgreifende Bewegungen des Energieholens ermöglicht. Den fellbesetzten ungewöhnlichen Resonanzkörper ohne Gurt eng an sich geschmiegt, entlockt er seiner Gitarre sprudelnde Läufe voller Virtuosität und Hingabe, oft völlig entrückt und nicht von dieser Welt. Geerdet wird er von Manfred Junkers vielseitigem Spiel, das sich, durchaus auch mal poetisch, mal groovend in die höchsten Jazzsphären schraubt.

Der Reiz des Abends liegt auch in den intelligenten und verfremdenden Interpretationen bekannter Jazzstücke. Das wohlklingende „Body and Soul“ aus den dreißiger Jahren verwandeln Stowell und Junker in ein furioses zehnminütiges Instrumental im 6/8-Takt. Junkers kleine Akkordschleifen grundiert sein Partner mit Basslinien, die fließend in ausufernde Melodien und Improvisationen übergehen, kurz in einer gemeinsamen Harmonie Luft holend, ehe im kaum merklichen Wechselspiel die Soloparts wie entfesselt Hochgeschwindigkeitsrekorde erzielen.

Ganz anders dann „Pannonica“, ein Liebeslied, dass der Pianist Thelonious Monk seiner Förderin widmete. Weich und getragen im Spiel ist das Duo hier bereit, die ganze Schönheit und Eleganz des Jazz zu intonieren, bietet Melodien im Wechsel mit Improvisation und samtenen Ausklang.

Nicht minder aufregend sind die präsentierten Eigenkompositionen, Junkers Ballade „Quiet One“ etwa ist an Intensität nicht zu überbieten und wird vom Publikum gefeiert: Zwei ineinander verwachsene Rosenstöcke, voller Pracht und Schönheit, dann dornig und wild, die Individualität bewahrend und doch in Harmonie verschmelzend.

Kompositionen von Miles Davis, John Scofield oder Wayne Shorter stehen noch auf dem Programm, dazu kurze Soloeinlagen der beiden Gitarristen, die es ermöglichen, die feinen Nuancen des beseelten Spiels beider Musiker noch besser wahrzunehmen.

Mit der Zugabe „Ligia“ geht der Abend zu Ende, die Anspannung löst sich und begeisterter Applaus beschert dem Duo die Gewissheit, dass das Publikum diesen außergewöhnlichen Abend genauso genossen hat wie die Musiker selbst.

Ansgar Baumgärtner

 

Meistergitarristen fesseln Biberacher Jazzpublikum (07.10.2017)

BIBERACH – Der in Konstanz lebende Manfred Junker ist im Biberacher Jazzclub ein alter Bekannter. In den verschiedensten Formationen war er in den letzten Jahren schon zu Gast im Jazzkeller und seine familiären Wurzeln mütterlicherseits liegen ebenfalls in der Oberschwabenmetropole. Bei seinem jüngsten Besuch im Jazzkeller hatte er allerdings eine gestandene Gitarrenlegende als Duopartner mitgebracht. Der gebürtige New Yorker John Stowell, der seit den 1970er Jahren als „reisender Minnesänger“ um die Welt tourt, fand in Junker einen kongenialen Mitstreiter und bei den Jazzbibern viele aufmerksame Zuhörer und sicher auch viele neue Fans. 

Zu vielen Originalkompositionen Stowells komponierte Junker eigenständige Gitarrenstimmen, mal in Form eher rhythmisch geprägter Begleitfigurationen, oft aber auch in kontrapunktischer Verschränkung und komplementärrhythmischer Verzahnung in elaborierter Polyphonie. Die Intensität und kreative Vielfalt der gestalterischen Ideen, gepaart mit einer dezenten Virtuosität der beiden Meistergitarristen fesselten und begeisterten von Beginn an.

Das reibungslose Mit- und Ineinander der beiden Partien, deren chamäleonartige Rhythmus- und Strukturwechsel auch immer wieder durch längere Improvisationen aufgelockert wurden, verlangte nach aufmerksamen Zuhörern, ließ aber durchaus auch ein entspanntes Wegdämmern in die Transzendenz versunkener Kontemplation zu. Nicht immer war dabei die Dramaturgie in der Reihenfolge der Stücke besonders glücklich, wie auch Junker bei der Ankündigung einer stimmungsvollen Ballade für Zwei nach einer lyrisch-introvertierten Eigenkomposition anmerkte. Manch ein Gast schien während dieser hochkomplexen Darbietungen mitunter sehr tiefenentspannt in weit entfernten metaphysischen Gefilden zu verweilen, aus denen ihn erst der rauschende Schlussapplaus wieder zurückholen konnte. 

Als besonderes Highlight erwies sich nach der Pause ein Wechsel der Instrumente. John Stowell und Manfred Junker adelten den Biberacher Gitarrenbauer Christoph Reck indem sie auf den von Reck bereitgestellten Gitarren ein gemeinsames Musikstück spielten und ihn danach ausdrücklich für seine in Handarbeit als Unikate gefertigten Gitarren lobten. Der Klang stand den Meistergitarren der beiden Gitarren-Heroen in keiner Weise nach, wirkte in seiner geschmeidigen Ausgewogenheit vielleicht sogar noch etwas klarer und transparenter als diese. Gegen die Praxistauglichkeit von Stowells zerlegbarer „Reisegitarre“, einer sündhaft teuren Spezialanfertigung im Format flugtauglichen Handgepäcks, kamen die Biberacher Meisterinstrumente allerdings nicht an.

Nach zahlreichen Eigenkompositionen von Stowell und Junker, darunter auch viele Titel der gemeinsamen Duo-CD „Here at last“ sowie einigen erfrischenden Arrangements von Thelonius Monk -, Miles Davis -oder John Scofield – Titeln, gab es am Ende gleich zwei Zugaben und reichlich Lob seitens der Musiker an ein überaus aufmerksames und CD-Kauf-freudiges Publikum.

Text H. Schönecker

 

Der emsige Konstanzer Jazzgitarrist Manfred Junker veröffentlicht jetzt schon seit bald zwei Jahrzehnten regelmäßig eigene, stets hörenswerte Alben. Allein das hebt ihn aus der Riege der Kollegen heraus, und Junker hat die Nase vorn, denn er bleibt fleißig und produktiv.

Sein Spiel fußt auf Tradition und hat sich stets weiterentwickelt. Angesichts der gelinde gesagt brutalen Situation auf dem Jazz-Club-Markt (es gibt kaum noch vernünftige Auftrittsmöglichkeiten) ist Konsequenz und Beharrlichkeit angesagt. Manfred Junker hält die Fahne hoch und die ist schön bunt!

Auf „Here At Last“ hat er einen kongenialen Duopartner an seiner Seite, und auf diese Zusammenarbeit ist er zu Recht stolz: Der 1950 in New York geborene John Stowell bildet trotz eines Altersunterschieds von etwa 20 Jahren mit seinem deutschen Kollegen eine musikalische Einheit.

Das ist keine Battle, sondern Musik im besten Sinne. Und die verzichtet auf spieltechnische Gimmicks wie Tapping, Slapping und elektronische Effekte. Hier wird in bester Jazz-Tradition miteinander Swing gespielt, sich gegenseitig begleitet und über die Akkorde des Anderen soliert. Stowell auf seiner Soloette-Headless-Gitarre, deren Rahmen er mit Stoff überzogen hat, was äußerst gewöhnungsbedürftig aussieht, Manfred Junker auf seiner Striebel Archtop.

Da die beiden ein harmonisches Duo bilden, ist es sinnlos, die Qualitäten des Einzelnen herauszuheben, denn beide spielen auf ihre Art genau das, was an der betreffenden Stelle hingehört. Das macht Spaß, und somit kann „Here At Last“ bedenkenlos zur Anschaffung empfohlen werden. Im Herbst gehen die beiden auf Tour. Nicht verpassen!

(Peter Autschbach AKUSTIK GITARRE Heft 04/2014)

 

(…)Eher auf der technischen Seite brilliert Stowell sodann auf seiner Kollaboration mit Manfred Junker, dem jungen deutschen Gitarristen aus Konstanz. In ausgeglichener Ruhe entfaltet sich zwischen ihnen ein entspannt sinnierendes Gespräch, wie unter vertrauten Freunden. Die Konzerte, die die beiden im Herbst auch in der Schweiz geben werden, versprechen sehr stimmungsvolle Begegnungen, bei denen sich die beiden Gitarristen, aber auch Musiker und Publikum sicher näher kommen werden.

Christof Thurnherr (Jazz´n´More 05/2014)

 

Filigrane Gitarrenkünstler

Für diese neue CD, Manfred Junkers elfte, sollte man sich vom mageren Sound der Mini-Anlage verabschieden und wieder mal sein HiFi-Gerät anwerfen. Nur dann gehen die feinsten Nuancen und das filigrane Spiel von John Stowell mit dem in Konstanz lebenden Gitarristen vollständig in die Ganglien– Stowell mehr links, Junker rechts. Die beiden waren bereits bei kleinen Touren im Süden zu hören, schon da faszinierte der US-Amerikaner Stowell: Ein Ästhet, der so ätherisch,schwerelos spielt, dass man fast um seine Erdung fürchtet. Die gibt ihm Junker, verfolgt dabei konsequent seinen sehr eigenen Weg des erweiterten Mainstream. Zu hören sind Kompositionen von Junker, Henry Mancini, Wayne Shorter, Miles Davis,John Scofield, Paul Desmond. Und das nur vordergründig schlichte Stück „Simple Pleasures“, erdacht von Stowell. Wer intelligente Gitarrenklänge liebt, ineinander verwoben, manchmal in sich versponnen – here we go.

Bernd Guido Weber (Schwäbische Zeitung 03/2014)

 

Starkes Duo im Dialog

Wer bei Jazz gleich an eine ganze Big Band denkt, dem sei gesagt:

Auch zwei einzelne Gitarren können feinen Groove hervorbringen, dem es an nichts fehlt – vorausgesetzt, sie werden von den richtigen Musikern und mit Leidenschaft gespielt. Bei „Here at Last“, dem gemeinsamen Album von Manfred Junker aus Konstanz und dem US-Amerikaner John Stowell, ist dies definitiv der Fall.

Hier haben sich zwei Gitarristen und Komponisten gefunden. Zwei E-Gitarren treten in einen sanften, verspielten Dialog. Elf schlichte, gefühlvolle und intensive Stücke mit schwingenden Rhythmen bringt die CD mit sich, darunter drei Eigenkompositionen. Es ist leiser, unaufdringlicher, lockerer Jazz mit der intensiven Präsenz eines Live-Konzerts. Man kann nicht anders, als jeder einzelnen Saite beim Klingen zuzuhören.

Die Stile der beiden Musiker seien verschieden, aber dennoch komplementär, sagt, John Stowell über das Musikmachen mit Manfred Junker. Das Spiel der beiden Jazz-Musiker geht über geschäftliche Zusammenarbeit hinaus, bei vielen gemeinsamen Auftritten und Roadtrips wurde aus Kooperation Freundschaft, schreiben die beiden im Booklet. Und man meint diese Verbundenheit auch in der Musik finden zu können. Denn Freundschaft bedeutet zuhören, den anderen ausreden, spielen lassen, auf ihn eingehen und manchmal auch: ihm die Meinung sagen. Wenn der Eine experimentiert, nimmt sich der Andere zurück. Dennoch wird hier keiner bevorzugt, am Ende steht immer der ausgewogene Konsens.

ANNA-LENA BUCHMAIER (Südkurier Konstanz 22.03.2014)

 

Ein swingendes Gitarrenduo mit dem in Konstanz lebenden Manfred Junker und seinem amerikanischen Gast John Stowell! Der 1950 geborene John Stowell geniesst einen hervorragenden Ruf in Gitarrenkreisen. Sein feines, harmonisch ungemein reichhaltiges Spiel ist frei von Klischees und jeglicher Marktschreierei. Und diese geschmackvolle Zurückhaltung ist wohl auch der Grund dafür, dass John Stowell einem breiteren Publikum hierzulande weitgehend unbekannt geblieben ist, obwohl er seit über vierzig Jahren so viel auf Tournee ist, dass er den Spitznamen „travelling minstrel“ erhalten hat, also so etwas wie ein „fahrender Musikant“. Seine Gitarrenkünste wurden und werden von unzähligen Jazzgrössen geschätzt, darunter Milt Jackson, Art Farmer, Tom Harrell oder David Friesen.

Sein Duopartner Manfred Junker gehört zu den umtriebigsten und produktivsten Musikern der Bodenseeregion. Zehn CDs unter eigenem Namen hat er in den letzten fünfzehn Jahren veröffentlicht.

Die aktuelle Produktion mit John Stowell enthält neben Eigenkompositionen vor allem Jazz-Klassiker, so zum Beispiel „The Days of Wine and Roses“ (in einer feinen Reharmonisation von Manfred Junker), der Miles Davis-Hit „All Blues“, der normalerweise im 6/8-Takt steht, in einem schwungvollen 4/4-Takt.

(…)Es gibt auch einige wunderbare Balladen auf dieser stimmungsvollen CD, darunter eine der schönsten Melodien des Jazz: „Body and Soul“ im angeregten Zwiegespräch auf zwölf Saiten.

(…)vom ersten bis zum letzten Ton hörenswerte Duo-CD!

Henning Sieverts im Bayrischen Rundfunk „Strictly Jazz“ (25.02.2014)

 

Erst im letzten Jahr waren diese beiden Heroen der Jazzgitarre, der US – Amerikaner John Stowell und der aus süddeutschen Landen stammende und lebende Gitarrist Manfred Junker zu Gast beim Jazzkongress (Freiburg) und präsentierten die Musik dieser neuen CD einem höchst interessierten Publikum. Insgesamt 11 abwechslungsreiche und klangfarbige Titel schafften es auf die CD, die dem staunenden Publikum die vielseitigen Möglichkeiten der Gitarre und der Improvisationskunst dieser beiden Gitarristen vor Ohren führt. Herausgekommen ist eine tolle CD nicht nur für Gitarrenfreunde.

Michael van Gee, Radio Dreyeckland (02/2014)

 

Nun ist es endlich da, das transatlantische Duo-Album von John Stowell und Manfred Junker. Immer mal wieder touren die beiden durch Süddeutschland und die Schweiz, und wer sie auf You-Tube erlebt hat, wird das „endlich“ gewiss unterstreichen. „Here at last“, so auch der Titel eines der beiden Junker-Stücke, sagt genau das: Da sitzen sie nun zusammen, zwei wunderbar sensible Geister, und üben sich in der hohen Duo-Kunst des Raumlassens fürs Gegenüber, ergo: im Zuhören und Reagieren.

Luftig wird deshalb gar nichts. Diese elf Stücke, von John „Simple pleasures“, von Manfred noch der Starttitel „Awake“ plus acht Fremdtitel, sind dichte Dialoge zwischen zweien, die sich und uns viel zu sagen haben, nicht, weil sie sich zu ähnlich wären, sondern gerade das nicht sind. Ob in Standards wie „The days of wine and roses“, „All blues“, „Here’s that rainy day“ und „Body and soul“ oder Delikatessen wie Scofields „Wabash III“, Wayne Shorters „United“, Claudio Roditis „Recife’s blues“ oder schließlich Paul Desmonds „Wendy“ – immer wird deutlich, was das Spannende und Sinnliche dieser Zwiegespräche bestimmt: hier Stowell als der moderne, feinsinnige Poet mit den unerschöpflichen Querdenker-Harmonien („United“, „Rainy day“, „All blues“) und dem Gespür für behutsam abstrahierende Linien in Solo („Body and soul“) und Begleitung. Und dort Junker als der sensible Forscher, der etwas konservativere Entdecker und Fachmann für vorsichtige Selbstbefreiungen aus etlichen all zu beengenden Fesseln der Mainstream-Tradition. Kurz: hier der Überflieger mit der Perspektive fürs große Ganze, dort der Feinmechaniker mit dem mikroskopischen Blick für Veränderungen im Detail (wie in „Awake“, „Wendy“, „The days of wine and roses“): Das ergibt ein durchweg faszinierendes Miteinander von wunderschönen Sounds (John etwas heller, Manfred klassisch) und Duo-Situationen, die immer wieder die klassische Rollenteilung in Solo und Begleitung nahezu auflösen. Doch auch wenn John Manfreds Soli linear begleitet, rutscht da nichts ab in riskante Verknäuelungen, wie man sie einst etwa von Attila Zoller und Jimmy Raney hörte… Bilanz: Ein einziger, wunderbar zarter, feiner, eleganter Genuss. Man hört, dass die beiden sich mögen und verstehen. Und das lässt auf noch viel mehr hoffen.

Alexander Schmitz (Jazzpodium 02/2014)

 

Der Albumtitel „Here At Last“ hätte mit einem Ausrufezeichen schließen müssen. Nicht nur, weil darauf mit dem 1950 geborenen Gitarristen John Stowell aus den USA und seinem rund 20 Jahre jüngeren Instrumentalkollegen Manfred Junker aus Deutschland zwei Generationen grundverschiedener Jazzmusiker aufeinandertreffen. Vielmehr haben die beiden Jazzgitarristen auf ihrer ersten Duo-CD zu einer gemeinsamen Sprache gefunden, die durch ihren individuellen Ausdruck und ein virtuoses Musikantentum geprägt ist. Dass man sich auf Standards aus dem „Great American Songbook“ konzentriert, hat den Vorteil, dass Stowell und Junker ihren Fokus auf ein antizipierendes Zusammenspiel und einen musikalischen Diskurs legen können. Klasse!

Martin Laurentius (Jazzthing 02/2014)

 

Konzertkritken:

Das gemeinsame Spiel ist wie ein vertrautes Gespräch

Im Alten Schlachthof treten John Stowell und Manfred Junker auf

Es war ein Abend der zarten Klänge. In der hellen und intimen Atmosphäre unter dem Dach des Alten Schlachthofs haben zwei begnadete Gitarristen gespielt: der US-Amerikaner John Stowell und der Deutsche Manfred Junker. Zwei Generationen, zwei Stars ohne Allüren und eine Musik, die das Publikum in den Bann zieht. Stowell feierte seine ersten Erfolge in den 70er-Jahren, da wurde Junker erst geboren. Es bildete sich ein Duo, das sich in der Pflege einer gemeinsamen musikalischen Ästhetik fand.

Leise perlen die Klänge, Balladen entwickeln ihren Zauber, Jazz seine Aura. Vollendet klingen die Töne, jeder ist modelliert, kunstvoll geformt, ausdrucksstark. Der Besucher vergisst fast, dass die Musik aus der Sensibilität der Musiker heraus entsteht, über deren Finger an den Saiten geformt wird: Es schien sich eher ein Zauber über den Raum gelegt zu haben. Eine konzentrierte Stille stellte sich beim ersten Takt ein. Der leise Klang der Gitarre setzte sich machtvoll durch.

Das Konzert nannte sich „John Stowell meets Manfred Junker“, man könnte auch sagen: Sigmaringen begegnet einem außergewöhnlichen Duo. Keine Bühne trennte Musiker und Publikum voneinander, man saß wie Freunde im Kreis, der Raum war eng bestuhlt, damit jeder einen Platz finden konnte. Viele schlossen die Augen, um die Musik in vollen Zügen zu genießen. Das Duo spielte eigene Werke und Ikonen des Jazz, ohne sich auf Moden einzulassen: Miles Davis, Paul Desmond und Michel Legrand.

Sigmaringen war die letzte Station ihrer Tournee, erklärte Manfred Junker. Neun Mal sind die Musiker zusammen aufgetreten. Ihr Spiel ist wie ein vertrautes Gespräch, ab und zu schauen sie sich an, wissend voneinander. Soloparts werden im Wechsel übernommen. Das Duo bildet eine intensive Einheit, ohne Worte stimmen sich die Musiker ab, maximal durch kurzen Blickkontakt. Eine tiefe Vertrautheit und ein vollendeter Einklang machen das Musikerlebnis intensiv.

(Erschienen: 08.10.2013/Vera Romeu/Schwäbische Zeitung Sigmaringen)

 

Konzertkritik Schwäbische Zeitung 08.10.2012

Ein grandioses Gitarrenduo

John Stowell und Manfred Junker zeigen im Bocksaal ihre Sonderklasse

Von Bernd Guido Weber

LEUTKIRCH – Manfred Junker, Jahrgang 1969, gebürtiger Leutkircher und einer der besten Jazzgitarristen weit und breit. John Stowell, US-Amerikaner aus Portland, 62 Jahre. Legende an der Jazzgitarre, mit weltweiten Auftritten und allerbesten Referenzen. (…) Ein grandioses Gitarrenduo.

Kennengelernt hat Manfred Junker den introvertierten, erstaunlich jung wirkenden John Stowell letztes Jahr nach einem Konzert. Beide haben damals eine kleine gemeinsame Tour verabredet. Mit Standards und Eigenkompositionen, ohne lange Vorbereitung. Das funktioniert bestechend, wie man in Leutkirch erleben konnte. Eine leise Verabredung zu einem Stück, ein kurzer Augenkontakt vor Soli oder Melodiewechsel, mehr braucht es nicht. Zwischen den beiden stimmt die Chemie. Manfred Junker sagt: „John ist der beste Musiker, mit dem ich je gespielt habe“. Junker selbst, das sei angemerkt, hat sich unbeirrt von modischen Trends zu einem ziemlich kompletten Jazzgitarristen entwickelt. Mit eigener Klangsprache, bei allem Respekt vor der Tradition.

Und der Single-Note-Player Stowell, der die Töne meist einzeln in fast wahnwitziger Virtuosität spielt, ist tatsächlich einer der besten Gitarristen im Jazz. Keine Rampensau, ohne irgendwelchen Attitüden, im Gegenteil. Fast bescheiden sitzt er auf der Bühne, die E-Gitarre auf warmen, mittigen Ton eingestellt, trotz Fender-Amp kammermusikalisch leise. Das Instrument hält er eng an sich, als lausche er am Griffbrett nach den Tönen. Hört gleichzeitig seinem Partner zu, beide wechseln sich bei Thema und Soli ab. Eine fließende, in sich ruhende, dabei oft hoch komplexe Musik.

My funny Valentine“ eröffnet den Abend, ein Stück von Richard Rodgers, dem Junker ja bereits eine CD gewidmet hat. „All the things you are“ ist im Repertoire, „In a sentimental mood“, weitere Balladen und Standards aus dem großen Songbook des Jazz. Bill Evans, Miles Davis, Irving Berlin, dazu eigene Stücke. Fürs nächste Jahr ist eine gemeinsame CD geplant, das wäre Junkers zehnte. Vielleicht ist darauf auch ein Live-Stück vom Sonntagabend. Manfred Junker hat das Konzert aufgezeichnet.

 

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