Manfred Junker – Dani Solimine

Guitarists Only 

Manfred Junker und Dani Solimine spielen seit mittlerweile über zehn Jahren zusammen. Nach vielen Konzerten im Quartett „A Touch of Swing“ führen sie ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit die letzten Jahre aber verstärkt im Duo weiter.

Die Stärken der beiden Gitarristen – Manfred Junker mehr als Solist, Dani Solimine als Begleiter, der das Duo mit seiner siebensaitigen Gitarre oft wie ein Trio klingen lässt – werden in ihren Arrangements voll ausgespielt und zaubern für die Zuhörer ein abwechslungsreiches, immer swingendes Konzerterlebnis.

Für das Programm der CD „Guitarists Only“ hat das Duo Kompositionen von Gitarristen ausgewählt und bearbeitet, die trotz eines weiten Bogens von Django Reinhardt über Wes Montgomery bis zu Pat Metheny einen homogenen Sound zulassen, dabei aber alles bieten, was Jazzgitarre so schön macht!!

Der Konstanzer Gitarrist Manfred Junker hat sich nach seinem Studium an der Jazzschule St.Gallen und am Berklee College in mehr als 25 Jahren durch viele Konzerte von Solo bis Quartettbesetzung und 14 eigene CDs einen Namen gemacht.

Dani Solimine aus Zürich lässt mit seiner ausgefeilten Begleitarbeit auf der 7-saitigen Gitarre jedes Ensemble grösser klingen. Der Autodidakt ist als Berufsmusiker auf vielen CDs und in unzähligen Bands zu hören. 


Rezensionen zur CD „Manfred Junker – Dani Solimine: Guitarists Only“

Die Archtop-Gitarristen Manfred Junker und Dani Solimine sind seit mehr als zehn Jahren ein eingespieltes Team. Zu hören sind zwei moderne Traditionalisten mit einem warmen Ton, die die Herausforderung der zweitkleinsten Besetzung auf sehr eigene Art bewältigen.
Das liegt vor allem an den tiefen tragenden Basslines, die der Schweizer Dani Solimine mit dezenten Akkorden verbindet – seine 7-saitige Gitarre liefert mit ihrem erweiterten Tonumfang eine groovende Basis, über die Junker ausgiebig soliert. Abgesehen von zwei Originals der beiden Gitarristen werden hier nur Fremdkompositionen interpretiert, u.a. von Django Reinhardt, Jim Hall, Kenny Burrell, Wes Montgomery, Pat Metheny, Helmut Nieberle und Peter Bernstein.
Und so geriet dieses Album zu einem ruhigen gitarristischen Trip durch die Jazz-Stile. Sehr gelungen ist die Umsetzung von Sacha Distels ,La Belle Vie“, wo beide Gitarristen etwas cooler zur Sache gehen und ihr Spiel fast schon ein wenig an das Duo Attila Zoller & Jimmy Raney erinnert. Die Version des Django-Reinhardt-Titels „Manoir de mes rèves“ besitzt eine sehr eigene Atmosphāre, impressionistisch gefärbt erinnert sie an Billy Bauer.
Ebenfalls gelungen sind die beiden Solo-Tracks der Gitarristen, wobei Manfred Junkers rein akustische Version von Bill Frisells „Ghost Town“ das Album countryesk ausklingen lässt.
Lothar Trampert in Jazzthetik Mai/Juni 2021

Gitarren-Preziosen auf 13 Saiten
Der in Konstanz lebende und in St. Gallen lehrende Jazzgitarrist Manfred Junker ist kein Hitparadenstürmer. Er hat sich aber mit bislang 14 eigenen CDs und vielen Konzerten – Solo oder in wechselnden Besetzungen – in der Gitarristenszene einen guten Namen gemacht. Jetzt hat er zehn seiner Lieblingsstücke eingespielt, dazu zwei Kompositionen des langjährigen Konzertpartners Dani Solimine aus Zürich und eine eigene.
Solimine musiziert auf dieser CD auf der siebensaitigen Gitarre – und das kommt dem Sound sehr zugute. Das Duo klingt wie ein Trio, die zusätzliche siebte, tiefe Saite kann locker einen Bass ersetzen. Junker selbst bedient seine Gitarren von Joe Striebel wie gewohnt virtuos, eine Lehrstunde für jeden Gitarrero. Aber auch Solimine überzeugt neben seinem einfühlsamen Begleitspiel mit schönen Soli. Zu hören sind – in Junkers Arrangements – Stücke von Django Reinhardt, Jim Hall, Pat Metheny, Wes Montgomery, Kenny Burell bis hin zu Bill Frisells „Ghost Town“. Ein Ausklang, der Weite schafft.
Die beiden haben das Album dem im Februar verstorbenen Gitarristen und Komponisten Helmut Nieberle gewidmet. Und auch ein kleines Werk des in der Szene sehr bekannten Regensburgers mit aufgenommen.
Bernd Guido Weber, Schwäbische Zeitung 29.04.2021

Wer sich selbst gelegentlich am Griffbrett versucht, merkt schnell, ob ein Stück von einem Gitarristen geschrieben wurde. Die Akkorde liegen oft bequemer, Melodien lassen sich ökonomisch fließend artikulieren, überhaupt ist man dem Kern der Musik rasch auf der Spur. Und so lag es für den Konstanzer Manfred Junker und seinen Zürcher Kollegen Dani Solimine nahe, nach mehr als zehn gemeinsam kreativen Jahren ein Duo-Album mit Stücken aufzunehmen, die ausschließlich von Gitarristen komponiert wurden. Entsprechend entspannt ist der räumlich präsente, zugleich intim gemixte Flow des Repertoires, auch wenn von Wes Montgomery über Pat Metheny bis Django Reinhardt unterschiedliche Stilisten die Vorlagen lieferten.
Junker erweist sich im dezent elektrischen Duktus als weit ausholender Modern-Fusion-Erzähler, Solimine als gelassen groovender, siebensaitiger Kompagnon.
Ralf Dombrowski; Klangtipp „AUDIOphile pearls“ in Audio 05/2021

…und auch in „Audio“ 05/2021 zum Stück „Young one“:
Jazzgitarren-Meister Jim Hall hat dieses schöne Stück Musik verfasst, und das Duo Manfred Junker/Dani Solimine zaubert es tatsächlich noch ein bisschen schöner. Junker spielt auf der Archtop die Melodie, Solimine liefert mit seiner Siebensaitigen den warmen Untergrund dazu. Herrlich anzuhören, entspannend und klangvoll.
Sebastian Schmidt

Albumtitel ist Programm: Tatsächlich interpretieren Manfred Junker aus Deutschland und Dani Solimine aus der Schweiz, die schon seit zehn Jahren miteinander Musik machen, hauptsächlich Titel von einigen ihrer Lieblingsgitarristen. Die Palette reicht von Django Reinhardt über Jim Hall, Kenny Burrell und Wes Montgomery bis zu Pat Metheny und Bill Frisell, einige Originale haben die Gitarristen allerdings auch eingestreut. 
Solist ist meistens Junker, der einen butterweichen Ton bevorzugt, während Solimine auf der siebensaitigen Gitarre meist für die Begleitarbeit zuständig ist. Das Album ist zugleich eine Lehrstunde in Sachen Jazzgitarre, weil die Komponisten ihr Instrument im vergangenen Jahrhundert tatsächlich geprägt haben, wie auch ein entspannter Ohren-schmaus. Da beide Musiker heftig swingen, vermisst man eine Rhythmusgruppe eigentlich an keiner Stelle – und vor allem Junkers „Good Hearted“ fügt sich nahtlos in die grossen Songs. 
Rolf Thomas in Jazzthing April/Mai 2021

Zwei Gitarristen interpretieren hier die Musik von Gitarristen, und zwar von ziemlich berühmten: Stücke von Pat Metheny, Wes Montgomery und Django Reinhardt sind auf dem Album. Dazu gehört auch Mut, denn mit Coverversionen ist das ja immer so eine Sache. Einerseits will man der Musik seinen Stempel aufdrücken, aber andererseits das Original nicht bis zur Unkenntlichkeit verändern. Ich finde, dass dieser Spagat hier ganz gut gelungen ist – ausserdem sind da auch noch ein paar hörenswerte Eigenkompositionen der Beiden!
Timo Kurth HR2 16.03.2021

Von den 13 Songs des Albums sind bis auf zwei alle im Duo zu erleben. Das Schlussstück „Ghost Town“, geschrieben von Bill Frisell, trägt Manfred Junker solistisch vor. Dani Soliimine brilliert solistisch mit seiner Eigenkomposition „Blues for Anima“. Aufmacher des Albums ist ein „Hit“ von Django Reinhardt namens „Douce Ambiance“.
Ein rhythmisches Plopp-Plopp wird überlagert von einer weich gezeichneten Melodielinie. In den typischen Rhythmus des sogenannten Gypsy-Swings verfallen  die beiden Musiker bei „Douce Ambiance“ nicht. Eher hat der eine die Melodiestimme inne und der andere setzt dazu eine eher dem Bass verschriebene Linie. Von Django Reinhardt geht es zu Jim Hall und dessen balladenhafte Komposition „Young One“, wenn diese Charakterisierung erlaubt ist. Bisweilen könnte man auch an einen Song für eine Broadway-Show denken oder an einen der vielen Songs, die Frank Sinatra interpretiert hat. Aber nein, einem der Granden der Jazzgitarre ist das Stück zu verdanken, das in fließenden, teils welligen Linien daherkommt. Aus der Feder von Manfred Junker stammt „Good-Hearted“, das im Duktus nahtlos an die zuvor genannten Songs anschließt. Schließt man die Augen beim Zuhören, dann spürt man gleichsam einen lauen Wind, der einen umweht. Man kann sich in den Melodiefluss sanft fallen lassen. In diesem Stück wechseln sich die beiden Gitarristen übrigens in der melodischen Liniengebung ab. Und unter Negieren des Newtonschen Gesetzes gleiten wir gleichsam durch die Lüfte, so leicht und luftig ist die Melodie gewebt. 
Das französische Chanson in Gestalt von „La Belle Vie“ von Sacha Distel hat auch Eingang in das vorliegende Album gefunden. Getragen und auch ein wenig romantisch aufgeladen kommt das Stück daher. Im Gegensatz zu einem Schlager im 3/4-Takt fehlt dem Stück aber das Eingängige, das zum spontanen Mitsummen auffordert. Dafür sind die melodischen Schraffuren doch zu differenziert ausgeformt, versteigt sich einer der beiden Gitarristen außerdem in fein ziselierte Sequenzen und meistert auch die beinahe zerbrechlich anmutenden Stimmlagen. Nach dem solistischen Blues, den Dani Solimine vorträgt, ohne allerdings an John Lee Hooker oder B. B. King anzuknüpfen, sondern einen eigenen Weg beschreitend, hören wir mit „Manoir de mes réves“ erneut ein Stück des belgo-französischen Gitarristen Django Reinhardt, der einen genuin europäischen Jazz schuf. Dabei strahlt diese Komposition schon beinahe etwas Kammermusikalisches aus. Vom Charakter her schwankt dieses Stück zwischen Wehmut und Sehnsucht. Getragen kommt es daher und von der Stimmung her denkt man eher an Herbst, an fallendes Laub, an tiefe Nebelschwaden, an nahenden Winter. Es ist gut, dass das Gitarrenduo auf den klassischen Swing verzichtet hat und einen Django Reinhardt zeigt, der auch seine melancholische Seite mit seiner Gitarre zum Ausdruck bringt. „Far Wes“ von Wes Montgomery ist wesentlich frischer und temporeicher angelegt als das vorherige Stück. Beschwingt scheint der Alltag von der Hand zu geben, so suggeriert es die Melodie, oder? Am Ende hören wir dann „Ghost Town“ und müssen dabei an das eine oder andere Protestlied oder Countrysongs denken. Doch weit gefehlt, Bill Frisell ist der Schöpfer und nicht etwa John Baez oder Arlo Guthrie.
Ferdinand Dupuis-Panther (jazzhalo.be)

Zwei Archtop-Spieler mit warmem Ton: MANFRED JUNKER & DANI SOLIMINE spielen seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Besetzungen zusammen. GUITARISTS ONLY liegt ein ganz eigenes Sound-Konzept zugrunde, das vor allem von tiefen Basslines getragen wird, die der Schweizer Dani Solimine mit dezenten Akkorden auf seiner 7-Saitigen verbindet, über die Manfred Junker überwiegend linear soliert. Neben zwei Eigenkompositionen werden hier u.a. Stücke von Django Reinhardt, Jim Hall, Kenny Burrell, Wes Montgomery, Pat Metheny, Helmut Nieberle und Peter Bernstein interpretiert. Die beiden Gitarristen durchstreifen also verschiedene Jazz-Epochen, wobei ihre Version von ,La Belle Vie‘ fast schon an das großartige Duo von Attila Zoller & Jimmy Raney erinnert. Das Album endet mit Junker Acoustic-Version von Bill Frisells „Ghost Town“: Very jazzy, very country
Lothar Trampert in Gitarre & Bass 05/2021

Lyrisch und raffiniert
Auf dieser CD hört man zwei hochwertige deutsche Jazzgitarren (eine Joe Striebel und eine Stefan Sonntag), wunderbar aufgenommen. Sie werden gespielt von Manfred Junker, vielleicht der lyrischste deutsche Jazzgitarrist, mit Dani Solimine, der überwiegend begleitet und mit seiner siebten Saite ein solides Bassfundament legt.
Das Repertoire stammt ausschliesslich von Jazzgitarristen – teils sehr bekannt (Django, Wes, Pat Metheny, Jim Hall, Kenny Burrell) aber auch von weniger berühmten Europäern wie Sacha Distel, den Interpreten selbst und dem kürzlich von uns gegangenen Helmut Nieberle, einem „Player’s Player“ und einflussreichem Lehrer.
Manfred Junker beeindruckt mich immer wieder durch die Kombination von gefühlvollem Spiel und gehobener Harmonik. Das ist eine Platte, die gleichzeitig im Hintergrund säuseln kann, aber genauso musikalisch aufhorchen lässt ohne aufdringlich zu sein.
Oliver Dunskus (Autor des Buches „Wes Montgomery: Sein Leben, seine Musik), April 2021